Hommage an Charles Hahn und einer seine Erfindung

Am 15. Februar 1897 reichte Charles Hahn, Uhrmacher und Gründer von Hahn & Cie. in Landeron, ein Patent ein, das eine innovative Verbesserung für Minutenrepetitionen beschrieb.

Auch wenn dies kein rundes Jubiläum ist, ist es doch ein idealer Moment, um an seine Arbeit zu erinnern und ihm Respekt für seine Leistungen zu zollen.

Das Repetitionsschlagwerk – Eine traditionsreiche Komplikation


Das Repetitionsschlagwerk wurde um 1676 in England etwa gleichzeitig von Daniel Quare und Edward Barlow entwickelt. Bei besonders komplizierten Uhren kann das Repetitionsschlagwerk mit einem Selbstschlagwerk kombiniert sein, was eine zusätzliche, mit der Krone aufzuziehende Zugfeder notwendig macht.

Repetition bedeutet das wiederholte Abspielen eines akustischen Erinnerungssignals bei einer Uhr. Bei mechanischen Uhren ist hierzu ein besonderer, aufwendiger Zusatzmechanismus (Komplikation) nötig, das Repetitionsschlagwerk. Jedermann bekannt ist dieses Prinzip von Kirchturmuhren.

Es gibt im Wesentlichen folgende Arten von Repetitionen:

- Stundenrepetition

- Viertelrepetition (Repetition à quarts)

- Halbviertel- oder 7½-Minutenrepetition (auch Achtelrepetition)

- Fünf-Minuten-Repetition

- Minutenrepetition

Repetitionen gelten aufgrund des hohen mechanischen Aufwands als besonders wertsteigernde Komplikation bei einer mechanischen Uhr.


Hier ist der Originaltext der Patentschrift, die auf Espacenet archiviert wurde:

"CONFÉDÉRATION SUISSEBUREAU FÉDÉRAL DE LA PROPRIÉTÉ INTELLECTUELLEiEXPOSÉ D'INVENTION

Brevet N° 13804 - 15 février 1897, 7 h., p. Classe 64

Charles HAHN & Cie., au LANDERON (Neuchâtel, Suisse).

Mécanisme d'entraîment de la pièce des minutes dans les répétitions minutes, dites: à marteaux rapprochés.Le mécanisme faisant l'objet de la présente demande de brevet est destiné à diminuer la place nécessaire au chemin parcouru par les grandes pièces des mécanismes de répétition minutes à marteaux rapprochés."

Das Patent beschreibt eine clevere Methode, um den Mechanismus einer Minutenrepetition kompakter zu gestalten. Besonders bei Uhren mit "marteaux rapprochés" (eng zusammenliegenden Hämmern) war es eine Herausforderung, die beweglichen Teile effizient anzuordnen. Charles Hahn entwickelte ein System, bei dem das Minutenrad (B) und das Viertelstundenrad (A) um denselben Punkt X rotieren. Ein speziell gestalteter Haken (C oder C1) ermöglichte eine platzsparende Bewegung der Komponenten.


Warum ist diese Erfindung besonders?

Platzersparnis: Das Design reduziert den Bewegungsraum der Hauptkomponenten in der Minutenrepetition und ermöglicht eine kompaktere Bauweise.

Effiziente Energieübertragung: Durch die clevere Verzahnung des Hakens wird die Energie effizienter an das Minutenrad übertragen.

Technische Raffinesse: Die zwei unterschiedlichen Varianten des Mechanismus zeigen die Tiefe der ingenieurtechnischen Überlegungen von Charles Hahn.

Obwohl Charles Hahn & Cie. (später bekannt als Landeron) tatsächlich Repetitionswerke produzierte, gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass genau dieses Patent in einer Serienproduktion umgesetzt wurde. Die Firma war jedoch für ihre Viertelstunden-Repetitionen mit Chronographen-funktionen bekannt.


Auch wenn nicht sicher ist, ob diese spezielle Konstruktion kommerziell genutzt wurde, bleibt eines klar: Charles Hahn war ein Pionier der Uhrmacherkunst, der mit seinen Innovationen den Weg für viele spätere Entwicklungen ebnete.

Sein Name ist eng mit der Geschichte der Präzisionsuhrmacherei in der Schweiz verbunden, und es ist uns eine Ehre, an seine Arbeit zu erinnern.


Merci, Monsieur Hahn !